Es kommt bei mir sehr, sehr selten vor und doch ist es mir vor Kurzem passiert, dass ich einen Termin vergessen habe. Das für mich Peinliche war, dass ich die Dame noch nicht persönlich kannte und ich aufgrund einer Empfehlung von mir aus mit ihr Kontakt aufgenommen und einen Termin vereinbart hatte.

Einen Tag vor dem Meeting bekam ich jedoch richtige Probleme mit der Wirbelsäule, nahm Schmerztabletten und erhielt einige Spritzen, was für mich den Faux-Pax zwar erklärbar, aber deswegen nicht besser machte. Als meine angehende Gesprächspartnerin 15 Minuten nach dem vereinbarten Termin anrief, war ich über meinen Fehler zutiefst erschüttert und entschuldigte mich selbstverständlich sofort. Die Geschichte verlief Gott sei Dank positiv, denn trotz dieses misslungenen Einstandes erhielt ich bei dieser Dame einen neuen Termin.
Diese Situation löste in mir aber ein bestimmtes Nachdenken aus. Ich rekapitulierte dabei meine Kommunikation in jenen Situationen, in denen ich mich schon einmal entschuldigen musste. Als jemand, der sich der positiven Kommunikation verschrieben hat, prüfe ich mein Handeln und meine Wortwahl oft daraufhin, ob diese auch immer zielführend ist.

Bis dato fand ich Sätze wie: „Es tut mir leid“, oder „Ich kann mich dafür nur entschuldigen“, nie verwerflich oder gar deplatziert. Für mich war dies der Ausdruck meines Bedauerns und der aufrechten Bitte um Verzeihung. Dann kam mir ein Video auf Facebook (https://www.facebook.com/1409658469342951/videos/1646564588985670/) unter, das dazu aufrief, das Entschuldigen einfach sein zu lassen und eher die Dankbarkeit für die Leistung des Anderen zu zeigen.

Die Idee, sich bei seinem Gegenüber für seine verlorene Zeit, für seine seelischen Verletzungen oder was auch immer er oder sie durch meinen Fehler erlitten hat zu bedanken, finde ich großartig. Allerdings greift für mich der Vorschlag aus dem Video, gänzlich auf eine Entschuldigung zu verzichten, oder die Worte “es tut mir leid” gänzlich aus dem Wortschatz zu verbannen, zu kurz. Obwohl ich das Anliegen sehr gut verstehen kann, würde mir der Ausdruck der Dankbarkeit alleine nicht genügen. Mir fehlt dabei die reinigende Wirkung, eigene Fehler und kleine Macken auch einzugestehen und diese auch zu artikulieren.

Die Lösung des Problems lag für mich aber auf der Hand: In Zukunft werde ich meine Entschuldigung zusätzlich mit dem Ausdruck der Dankbarkeit kombinieren.

Ein paar Beispiele gefällig?
„Es tut mir leid, dass ich den Termin vergessen habe und danke Ihnen, dass sie so großzügig darüber hinweggesehen haben.“
„Sorry, dass ich zu spät komme, aber ich habe gerade zu viel um die Ohren und habe die Zeit übersehen“ drückt nicht aus, dass man sich in den oder die andere einfühlt. „Entschuldigung für meine Verspätung. Es ist schön, dass du so lange auf mich gewartet hast. Danke dafür“, aber sehr wohl.
Oder:
Die Ich-Botschaft: „Es tut mir leid, dass ich dich verletzt habe“ verwandeln Sie einfach zukünftig in: „Entschuldigung, dass ich dich verletzt habe und danke, dass du mir noch eine Chance gibst.“
Den Satz “ Es tut mir leid, dass ich so überreagiert habe” einfach durch „Ich entschuldige mich für mein Verhalten und finde es sehr nett von dir, dass du dich trotzdem noch mit mir abgibst.”

Mit dieser Methode drückst du auf der einen Seite dein Bedauern aus und auf der anderen deine Dankbarkeit. Zugleich vermittelst du in der Kommunikation deine Wertschätzung, was, Ausnahmen abgesehen, schöne und liebevolle Gefühle beim Gegenüber erzeugt.
Wenn du vor Kurzem eine Situation hinter dich gebracht hast, für die du dich entschuldigt hast, bei der aber der Ausdruck deiner Dankbarkeit fehlte, dann greif einfach zum Telefon, zu einer schönen Postkarte oder schreib ein Mail und bedanke dich bei dem oder der Betroffenen für ihren Langmut, ihre Geduld, Großzügigkeit, Liebe, Freundschaft, Fairness oder was auch immer die Situation von ihr erforderte.

Im zweiten Schritt stell dir vor, wie du das nächste Mal eine Entschuldigung und zugleich deine Dankbarkeit ausdrückst und wie sich das für dich anfühlt. Denke darüber nach wie sich die Qualität deiner Beziehungen damit positiv verändert und um wieviel stärker du die positive Kommunikation untereinander damit förderst.

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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