Ich erinnere mich genau an den 29. Juli 1982. Er war ein Donnerstag und für mich von besonderer Bedeutung, denn es war mein 18. Geburtstag, der mir die sogenannte Volljährigkeit bescherte und mich in den Kreis der „Erwachsenen“ katapultierte. Sie erwarten jetzt wahrscheinlich die Beschreibung meiner gigantischen Geburtstagsfeier und wie ich mich fühlte, als ich es endlich geschafft hatte, altersmäßig in der Welt der Erwachsenen angekommen zu sein. Beide Erwartungen muss ich leider enttäuschen, denn es gab weder eine Geburtstagsfeier, noch gibt es sensationell viel über meinen Gefühlshaushalt an diesem Tag zu erzählen. Aber es folgt hier auch keine Generalabrechnung mit der Gesellschaft und meinen Eltern, die mir eine Geburtstagsfeier verweigerten.

Diesen so wichtigen und einschneidenden Geburtstag habe ich aber doch außergewöhnlich begangen. In Bayern war dies zusätzlich der erste Ferientag und die Mühsal des Schuljahres war hinter mir und meinen Mitschülerinnen und Mitschülern gelegen. Wenige Tage vor dem 29. hatte ich eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Ich wollte mein eigenes Geld verdienen, denn die finanziellen Mittel in meinem Elternhaus waren eher beschränkt, was nicht zuletzt daran lag, dass wir acht Geschwister und meine Eltern keine Millionäre waren. Also schaute ich mich um, welche Verdienstmöglichkeiten ich denn neben der Schule und dem baldigen Studium hätte und traf eine folgenschwere Entscheidung: Ich nahm einen Job bei Mc Donald´s in meiner Heimatstadt Bayreuth an, aber der neue Arbeitgeber kannte kein Erbarmen, was den Arbeitsantritt betraf. Entweder am 29. Juli anfangen oder eben keinen Nebenjob, lautete die klare Anweisung. So entschied ich mich für den schnöden Mammon, verzichtete auf die rauschende Fete und lernte so meine erste Lektion bezüglich Entscheidungen und ihre Konsequenzen.

Natürlich war ich am Anfang nicht wirklich gut gelaunt und überlegte mir ernsthaft, ob ich nicht doch lieber feiern sollte. Ein rauschendes Geburtstagsfest versprach deutlich mehr Spaß als Hamburger zusammenzubauen. Dann hatte ich aber ein langes Gespräch mit meinem Vater, der wie immer keine Ratschläge erteilte, sondern zum Nachdenken anregte. Mit seiner bildhaften Sprache schaffte er es, der unmittelbaren Triebbefriedigung den Spaß zu nehmen und mir die langfristigen Konsequenzen einer solchen Entscheidung sehr drastisch vor Augen zu führen. Er zeigte auch die Möglichkeiten auf, die sich durch einen dauerhaften Nebenjob ergeben konnten und welche Chancen und positiven Erlebnisse ich damit für mich langfristig erfüllen konnte. Somit hatte ich beim Eintritt ins Erwachsenenalter eine wichtige Lektion in Bezug auf Entscheidungen gelernt.

Überlege dir die Konsequenzen genau:

1. Was ist gut daran, dass du es machst?
2. Was sind die negativen Folgen, wenn du es machst?
3. Was für ein Bedürfnis wird befriedigt, wenn du es machst?
4. Warum ist es für dich so wichtig, dass du es machst?
5. Was verpasst du, wenn du es nicht machst?
6. Was gewinnst du, wenn du es nicht machst?
7. Ist es langfristig besser oder schlechter, wenn du es machst?
8. Welches Gefühl überwiegt am Ende bei dir?

Diese 8 Fragen stelle ich mir heute immer wieder, wenn es gilt, eine wichtige Entscheidung zu treffen. Damit habe ich die Möglichkeit, alles zu durchzudenken und dann die Entscheidung mit der Inbrunst der Überzeugung für mich zu treffen. Ein nützlicher Nebeneffekt ist es auch, dass ich selten aus einer Laune heraus Entscheidungen fälle, außer vielleicht beim Essen, da ist der Trieb meist stärker als die Vernunft.

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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