Glück ist eine komplexe Angelegenheit und trotzdem versprechen viele Glücksratgeber, -coaches, -trainer und -philosophen Ihnen den schnellen Weg zum Glück. Auch die 10 besten Tipps für das persönliche Glück sind immer wieder hoch im Kurs. Sie werden in jedem Ratgeber einen der in diesem Artikel beschriebenen Mythen finden und können dann selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen dieser Mythos wahr ist. Es gibt so viele Wege zum Glück, wie es Menschen gibt. Ich möchte die größtmögliche Bandbreite an Ideen mit Ihnen teilen. Welche dann für Sie selbst am besten passt, entscheiden Sie.

Mann lehnt sich glücklich zurück

Du bist deines Glückes Schmied (Foto: Konstantin Gastmann / pixelio)

1. Ich bin meines Glückes Schmied

Du bist für dein Glück selber verantwortlich, du hast es in der Hand, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Alles ist möglich, es liegt nur an dir, ob du es schaffst oder nicht. So oder so ähnlich klingen die Prediger des individualistischen Glücks, die uns seit Jahrzehnten mit dieser Methode die Verantwortung für allerlei Unvorhersehbares aufbürden wollen.

Der Mensch als soziales Wesen lebt nicht alleine auf dieser Welt und ist eingebunden in eine Gesellschaft, die Regeln, soziale Normen und Werte vorgibt. In unseren Demokratien sind diese Aspekte noch sehr weit gefasst und es stehen uns verschiedenste Lebensentwürfe zur Verfügung. Allerdings: Grenzenlose Freiheit und Selbstverwirklichung sind auch bei uns nicht mach- und vorstellbar. Zum einen müssen wir für Wohnen, Essen, Trinken und soziale Teilhabe über eine gewisse Menge an Geld verfügen, zum anderen wollen wir auch in der Gesellschaft leben und akzeptiert sein.

Dieser urmenschliche Trieb nach Zugehörigkeit und die Notwendigkeit des Überlebens machen sehr schnell deutlich, dass es sich tatsächlich um einen Mythos handelt, dem wir immer wieder auf den Leim gehen. Was bei uns noch eine relative Gültigkeit hat, da unser individueller Spielraum in der Tat sehr groß ist, unsere eigene Glücksidee zu verwirklichen, wird in Diktaturen oder vom Hunger, Krieg und Not gebeutelten Regionen dieser Erde zum arroganten Zynismus einer gesättigten europäischen Mittelklasse.

Seien Sie dankbar, wenn Sie so leben können, wie Sie es sich vorstellen und wünschen. Glauben Sie aber nicht, dass dies ausschließlich Ihr Verdienst ist und alle, die es nicht geschafft haben, selber Schuld seien. Denn das Unglück der halben Welt hat auch irgendwann Auswirkungen auf Ihr Leben. Wenn Kinder die Schuhe und Klamotten für uns nähen müssen, dass deren Familien eine Chance haben zu überleben, dann ist dies keine Situation in der es einem gut geht und wir einfach glücklich und zufrieden sein können. Wenn unsere Kinder und Enkelkinder lesen und schreiben erlernen können und keine Angst vor dem Morgen haben müssen, dann ist dies sehr schön und erfüllt mich mit Freude, aber es beweist nicht, dass wir besser oder weiter entwickelt sind. Wir haben einfach nur Glück gehabt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren zu werden.

Es ist gut, wenn Sie aus dieser Tatsache für sich das Beste herausholen und es darf Sie mit Stolz und Glück erfüllen, dass Ihnen Ihr Leben gelungen ist, aber es darf Sie nie dazu verführen, zu glauben, es wäre einzig Ihre Leistung gewesen und die Umstände in die Sie hineingeboren wurden, hätten damit nichts zu tun.

2. Umgib dich nur mit positiven Menschen

Immer wieder liest man in Glücksratgebern, dass man sich von negativen Dingen und Menschen fernhalten soll, um nicht selber negativ zu werden. Diese Idee kommt vor allem aus dem angelsächsischen Raum und ist nach meiner Meinung eine gnadenlose Vereinfachung von psychologischen und neuropsychologischen Erkenntnissen. Es entstammt der unter Informatikern eher scherzhaften GIGO-Idee (garbage in garbage out – wenn man Müll rein gibt, kommt auch Müll raus). Der Mensch ist aber mehr als eine Reiz-Reaktions-Maschine und kann eigenständige Denk- und Beurteilungsprozesse durchführen. Natürlich ist es für das eigenen Lebensgefühl wichtig, sich der positiven und schönen Momente des Lebens bewusst zu sein. Allerdings sind auch all die unangenehmen Erfahrungen wichtig und machen uns zur der Person, die wir sind. Ab und zu ist es dennoch intelligent, sich wie Walt Disney seinen Kritikern auszusetzen, um seine eigenen Engpässe und Schwächen zu erkennen. Sich immer wieder die Zeit zu nehmen und sich auch mit Menschen auszutauschen, die eine gänzlich anderes Welt- und Lebensverständnis haben, führt nach meiner Erfahrung zu mehr Toleranz und vor allem mehr Verständnis und Klarheit für die eigene Position und Meinung.

3. Wenn xyz erfüllt ist, dann werde ich glücklich sein

Wenn ich meinen Abschluss endlich habe, wenn ich erst 100.000 Euro verdiene, wenn ich meine Traumfrau gefunden habe, dann verspreche ich es, dann bin ich glücklich. Immer wieder begegnet mir diese Art von Glückssucherinnen und Glückssuchern in meinem Alltag und ich traue mich zu wetten, dass dieser Glückszustand unter diesen Bedingungen nie eintreten wird. Eingetroffene Wünsche und Ereignisse als Vorbedingung fürs Glück können nur zu Frustration und Enttäuschung führen. Denn Glück, oder besser Lebenszufriedenheit, ist eine Fähigkeit, die man bis zu einem gewissen Maß erlernen und trainieren kann. Die einzige Voraussetzung, die es dazu braucht, ist die Voraussetzungslosigkeit. Ein wunderschönes Paradoxon, dass jegliche Glücksstrategie und -theorie ad absurdum führt.

4. Geben ist seliger denn nehmen

Diese biblische Weisheit wird in verschiedensten Varianten immer und immer wieder mit dem Glück in Verbindung gebracht. Ob es das bedingungslose Teilen oder das altruistische Geben ist, immer wird damit auch das Glücksgefühl, das einem diese Lebenseinstellung angeblich geben soll, in Verbindung gebracht. Die Grenze zwischen naivem Geben und sozialer Verantwortung verwischt bei diesem Mythos am schärfsten. Denn als Glücksstrategie angewendet und gezielt eingesetzt, ist es eben keine bedingungslose Geste mehr. In einer ausgewogenen Persönlichkeit wird sich das Geben und Nehmen die Waage halten. Das erwartungsbefreite Geben führt nach meiner Erfahrung nicht per se zu Glücksgefühlen oder macht einen zufriedener. Es kommt vielmehr auf die Reaktion der anderen und des „Beschenkten“ an.

5. Der Ärger und die Wut muss raus

Aufgestauter Ärger und aufgestaute Wut verhindern das persönliche Glück und die Zufriedenheit, ja sind sogar Garanten für Krankheiten und körperliche Leiden, ist eine häufig verbreitete Meinung. Es gibt in der Tat Situationen in denen es sehr schwer ist, die Ruhe und Gelassenheit einer tibetanischen Gebetsmühle zu behalten. Allerdings gibt es auch viele Situationen in denen es völlig unangebracht ist, seinem Ärger freien Lauf zu lassen. Bevor Sie das nächste Mal ausrasten, stellen Sie sich eine einfache Frage:
Wird diese Situation mich auch in einem Monat, einem Jahr oder in zehn Jahren noch aufregen?
Wenn dies der Fall ist, dann habe ich die nächste Frage für Sie:
Was genau regt mich an dieser Situation so auf? Welche Grundüberzeugung von mir wird hier mit Füssen getreten, dass ich mit soviel Wut und Ärger reagiere? Das Rausbrüllen von Wut verursacht in den meisten Fällen bei seinem Gegenüber eine seelische Verletzung. Aus diesem Grund ist es oft ratsamer, zuerst seine Gefühle zu analysieren und Ursachenforschung im eigenen Ich und der eigenen Geschichte zu betreiben.

Auf Ihre Meinung zu diesen Mythen freue ich mich, hinterlassen Sie mir doch einfach einen Kommentar und teilen Sie Ihre Idee mit meinen Leserinnen und Lesern.

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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