Es gibt zwei Persönlichkeiten, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern. Beide haben gemeinsam, dass sie im Widerstand gegen die Nationalsozialisten waren, dass sie den Nobelpreis gewonnen haben, der eine für Literatur, der andere den Friedensnobelpreis. Als Letztes vereint beide wohl auch aufgrund ihrer Geschichte eine Ablehnung alles Totalitären. Beide haben mein Denken und noch mehr mein Handeln maßgeblich beeinflusst. Der eine war Albert Camus (*7. November 1913), der andere Willy Brandt (* 18. Dezember 1913), der mein politisches Denken und Engagement bis heute beeinflusst. Meine politische Sozialisation war maßgeblich von der Idee des Ost-West-Ausgleiches und des Nord-Süd-Konfliktes geprägt. Die sozialistische und sozialdemokratische Bewegung in Europa und auf der Welt sind im Wesentlichen von Olof Palme, Bruno Kreisky, und eben Willy Brandt geprägt, der die sozialistische Internationale noch einmal aufleben ließ, bevor diese bis heute in einem Dornröschenschlaf fiel und dadurch praktisch öffentlich nicht mehr existiert. Die Verdienste von Willy Brandt aufzuzählen, würde diesen kurzen Artikel sprengen.

Albert Camus 1957 (By New York World-Telegram and the Sun Newspaper Photograph Collection)

Albert Camus 1957 (By New York World-Telegram and the Sun Newspaper Photograph Collection)

Der zweite große Beeinflusser meines Handelns ist und war der französische Schriftsteller Albert Camus, der einer der bekanntesten Vertreter des französischen Existenzialismus bzw. der „Philosophie des Absurden“ ist. Camus bezeichnete sich selbst nie als Existenzialist. Die Philosophiegeschichte aber sieht seine Philosophie auch wegen seines Essays: „Der Mythos des Sisyphos“ als „Philosophie des Absurden“ und ordnet ihn in den Existenzialisten zu, da er sich in der Tat mit der Existenz an sich beschäftigt. Er verweigerte diese Zuordnung zum Existenzialismus vor allem aufgrund seiner Auseinandersetzung mit Sartre und seinen Epigonen, die Camus nie als Philosophen akzeptierten. Die Freundschaft mit Sartre und der gemeinsame Kampf in der Résistance endete sehr früh, da Camus sich gegen den Stalinismus und den Kommunismus wandte, während Sartre den Intellektuellen all zu gerne als Revolutionär ansah und mit dem Kommunismus mehr als liebäugelte.

Das Leben ist absurd und hat gar keinen Sinn, wer den Sinn des Lebens sucht, ist zum Scheitern verurteilt. Das Leben muss in seiner Ausweglosigkeit angenommen werden und muss immer wieder aufs Neue gelebt werden. Dies ist in etwas die Auffassung von Albert Camus zur Existenz an sich und zum Leben im Speziellen. In dieser Ansicht findet Camus seinen Trost und fordert jeden zum Handeln auf, denn nur wer handelt, kann sein Leben auch wirklich gestalten. Er könnte also getrost als Philosoph des Handelns bezeichnet werden. „Die wahre Großzügigkeit der Zukunft gegenüber besteht darin, in der Gegenwart alles zu geben.“ Wenn wir uns dieses Zitat im Zusammenhang mit dem Mythos des Sisyphos ansehen, dann erhält dies natürlich noch eine weitere Dimension. Ohne Sie mit griechischer Mythologie langweilen zu wollen, will ich Ihnen nur kurz die Strafe der Götter gegenüber Sisyphos beschreiben. Sisyphos wurde in der Unterwelt dazu verurteilt, einen Felsblock einen steilen Berg hinaufzurollen. Jedes Mal, bevor er kurz vor dem Gipfel war, glitt ihm der Fels aus und die Arbeit begann erneut. Eine unerfüllbare Aufgabe, die trotz größter Mühe nicht gelingen will, nennt man aus diesem Grund auch heute noch eine „Sisyphusarbeit“.

Das Leben der Menschen gleicht nach Camus jenem von Sisyphos stark. Er geht davon aus, dass die wahre Selbstverwirklichung in diesem sinnlosen Tun liegt. Er bezeichnet Sisyphos sogar als glücklichen Menschen, denn er erfüllt diese sinnlose, absurde Aufgabe und akzeptiert, dass dieser Fels ihm gehört und durch dieses Annehmen der Aufgabe erlangt Sisyphos in Camus Augen schließlich die Freiheit. In diesem Zusammenhang macht die Aussage, dass wir in der Gegenwart alles zu geben haben, auch Sinn. Er macht damit deutlich, dass wir heute alles geben sollten, was wir geben können, denn es macht keinen Sinn sein Genie, seine Kraft, seine Ideen für ein Morgen aufzusparen oder auf eine weniger leidvolle und „sinnlose“ Zukunft zu hoffen. Nur wer heute bereit ist alles zu geben, zeigt sich wirklich großzügig gegenüber der Zukunft. Dem Sisyphos gleich sollen wir ohne Murren und Klagen unsere Aufgaben bestmöglich erfüllen und uns bewusst sein, dass wir gerade durch diese bewusste Entscheidung, heute unser Bestes zu geben, der Zukunft ein Geschenk machen. Wenn Sie jeden Tag alles geben, dann können Sie beruhigt in die Zukunft blicken und können am Ende Ihrer Tage auf ein Leben zurückblicken, auf das Sie richtig stolz sein können. Vielleicht sind Sie nicht weltberühmt geworden, vielleicht haben Sie keinen Nobelpreis erhalten oder sind nicht in die Geschichte eingegangen, aber eines ist gewiss: Sie haben immer Ihr Bestes gegeben und was kann einen Menschen glücklicher machen, als die Gewissheit, immer alles gegeben zu haben, was er geben konnte? Vor allem sehe ich diese Auffassung von Camus als etwas Positives, denn durch unser Handeln können wir der Zukunft nicht nur ein Geschenk machen, sondern diese Zukunft auch gestalten. Immer wieder höre ich, dass wir ohnehin nichts ändern können, dass der Einzelne einfach zu schwach sei. In bester Sponti-Manier möchte ich deshalb mit einer Aufforderung schließen:
Sie haben keine Chance, deshalb nutzen Sie sie noch heute. 😉

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