Die Zahl 42 prägte über viele Jahre meine dadaistische Sicht auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Auch die Sprachsoftware von Apple „Siri“ gibt Ihnen 42 als Antwort, wenn Sie sie nach dem Sinn des Lebens befragen. Ich erinnere mich an meine Jugend- und Studentenzeit, wie viele Stunden ich diskutierend, lesend, horchend und denkend mit dieser Frage verbrachte. Sie schien allgegenwärtig und viele Diskussionen, ob mit Freunden, meinem sehr christlich-religiös orientierten Vater oder mit Kommilitoninnen und Kommilitonen kreisten um dieses Thema.

Dann endlich stieß ich auf die Antwort, die ich so lange suchte. Ich war für kurze Zeit ob der Antwort so glücklich und zufrieden, dass mein Geist für einige Wochen und Monate Ruhe hatte; Von der nahezu obsessiven Suche nach dem Sinn von allem und jedem und überhaupt. Denn ich stieß auf Douglas Adams Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ und dort gab der Supercomputer „Deep Thought“ nach 7,5 Millionen Jahren Rechenzeit die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Die Antwort lautete 42. „Aha“, höre ich viele sagen, „so ein Blödsinn“ wieder andere oder „was fang ich denn mit so einer Antwort an?“ Sie haben recht, gar nichts fängt man damit an. Denn der Prak (Der Mensch aus Adams Buch, der die Wahrheit kennt und ausspricht) analysierte messerscharf, dass die Frage so unpräzise und allgemein formuliert ist, dass es darauf keine Antwort geben kann.

Weitere Jahre studierte ich alle Antworten zu diesem Thema. Ich habe meinen Viktor Frankl gelesen und bin mit den Menschen auf die Suche nach dem Sinn gegangen, ich beschäftigte mich mit den Sinnangeboten der Religionen und auch den Thesen der Schicksalsgläubigen und auch den Auffassungen der Vertreterinnen, die der Theorie des „nichts ist Zufall“ huldigten, versuchte ich zu folgen. Es gab vielerlei Erkenntnisse und auch Aha-Momente. Allerdings keine Antwort auf die Fragen ob es einen Sinn im Leben wirklich gibt, ob wir einem vorgefertigten göttlichen Ratschluss unterliegen, ob wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen oder unser Schicksal und Leben längst beschlossen und wir nur Marionetten im Spiel einer übergeordneten Macht sind.
Über viele Jahre tröstete ich mich mit der 42 als Ergebnis, dass es eben absurd und unergiebig sei, eine Antwort auf diese Frage zu erwarten. Allerdings kamen auch immer wieder Zweifel hoch und die Frage, warum dann so viele Menschen auf der Suche nach dem Sinn sind und dies ein Thema in der ganzen Geistesgeschichte ist. All dies führte natürlich zwangsläufig dazu, dass Zweifel nagten an meiner Gewissheit der 42. Ich musste erkennen, dass mich die Frage nach dem Sinn immer und immer wieder in ihren Bann zog.

Der Mensch strebt offensichtlich nach einer übergeordneten Idee in seinem Leben. Viele sind sich nicht sicher, ob es einen höheren Ratschluss des Lebens gibt. Alle Religionen bieten in der einen oder anderen Form einen Sinn des Lebens an. Gerade in Zeiten, in denen es nicht so richtig für uns läuft. Ob wir mit einer Krankheit kämpfen oder unsere Partnerschaft zerbricht, ob es beruflich gerade nicht so optimal läuft oder wir einfach schlecht drauf sind. Immer stellt sich die Frage nach dem Sinn all dieses Kummers.

War das schon alles im Leben

Wir wollen und können offensichtlich nicht akzeptieren, dass das Leben eben so ist, wie es ist. Wir wollen Erklärungen dafür, wir wollen Umstände oder jemanden dafür verantwortlich machen können. Wir glauben nicht an die Sinnlosigkeit des Lebens. Viele stellen fest, dass dieses triviale Dasein, das im Wesentlichen aus Aufstehen, Frühstücken, Arbeiten, Abendbeschäftigung, Schlafen, zwei Tagen Wochenende und ab und zu Urlaub besteht, nicht alles sein kann. Fast alle stellen sich im Laufe des Lebens einmal oder mehrmals die Frage, ob dies alles gewesen ist.

Immer wieder drängte sich mir die Frage auf, ob es einen Sinn im Leben gibt und ob dieser denn für alle gültig sein kann oder ob jeder nur seinen ganz individuellen Sinn im Leben finden kann. Dieser Meinungsstreit zwischen Objektivisten und Subjektivisten wurde in meinen Gehirnwindungen immer wieder ausgetragen. Mir ging es schon fast wie dem bekannten Faust, der zwei Seelen ach in seiner Brust verspürte. Es waren bei mir allerdings gleich derer drei. Sinn ja oder nein und dann allgemeingültiger Sinn oder subjektiver, individueller Sinn. Sie sehen also, welche Qualen ich auf mich nahm, um dieses Essay zu schreiben.

Die Irrungen und Wirrungen eines Sinnforschers

Jahrzehntelange Denkarbeit versuche ich in diese Zeilen einzubringen und die Irrungen und Wirrungen eines Sinnforschers mit Ihnen zu teilen. Ich erinnere mich an unendlich lange und aufwändig gestaltete Seminar- und Selbsterfahrungsgruppenstunden, die nur ein Ziel hatten: meine Berufung und den Sinn meines Daseins zu klären. Wie schwärmten mit leuchtenden Augen Seminarteilnehmerinnen über die Energie, die sie erfuhren, nachdem sie erkannt hatten, dass sie Bewohnerinnen dieses Planeten seien, um eine Welt zu gestalten, in der die Menschen gerne lebten. Ja, wie erleichtert manche und mancher wirkten, wenn ihr „höheres Selbst“ mit ihnen in Verbindung getreten war, um ihnen das Geheimnis des Lebenssinns zu verraten. Ich werde es nie vergessen wie unsensibel und abgeschnitten von meinen Energie- und Erkenntnisquellen ich mir vorkam, weil ich all dies so überhaupt nicht spürte, fühlte oder gar klar vor meinem inneren Auge zu sehen bekam.

Viele fühlen sich berufen, aber nur wenige sind auserwählt schoss es mir in solchen Momenten durch den Kopf. Ich studierte also neben all den esoterisch-religiösen Angeboten immer weiter alle möglichen Ideen zum Thema Sinn und Bestimmung im Leben. Mir kamen dann auch so geniale Erklärungsversuche wie der von Monthy Pyton unter: „Versuchen Sie, nett zu anderen zu sein, vermeiden Sie fettes Essen, lesen Sie hin und wieder ein gutes Buch, verschaffen Sie sich genügend Bewegung, und bemühen Sie sich, mit Menschen aller Nationen und Religionen in Frieden und Eintracht zusammenzuleben“. Ich dachte mir in diesen Momenten häufig: So banal kann es doch nicht sein, dieser Sinn des Lebens! Bis ich eines Tages einfach genug von all der Grübelei hatte und für mich einfach beschloss: Es gibt „da draußen“ keinen Sinn für mein Leben.

Macht dein Leben Sinn

Es hat niemand einen Sinn für mich bereitgestellt, den es gilt zu finden. Ich muss mir selbst klar werden, was für mich in meinem Leben Sinn macht. Ich muss in meinem Leben nicht nach Sinn suchen, sondern ich habe mich entschieden, meinem Leben einen Sinn zu geben. Ich kann Ihnen versichern, dies ist fast noch schwerer, weil die Verantwortung dafür auf einmal bei einem selbst liegt und nicht mehr bei irgendwem oder irgendetwas im Außen. Ich war also wieder bei meinem Lieblingsphilosophen des 20. Jahrhunderts, bei Jean Paul Sartre, gelandet, dessen Auffassung es ja von jeher war, dass wir die Gestalter unseres Lebens seien und die Verantwortung für unser Tun oder Lassen zu übernehmen hätten.

Ich habe erkannt, dass die Frage, ob jemand seinen Sinn im Leben gefunden hatte, völlig absurd ist. Ich frage Sie deshalb viel lieber, ob Ihr Leben für Sie Sinn macht. Es geht um den Sinn für Sie, nicht Erwartungen, die die Gesellschaft, die Eltern, die Partnerin oder der Partner an Sie richtet. Für viele seiner Zeitgenossen war das Leben eines Marcel Proust völlig sinnlos, denn er hatte sich entschieden, den Großteil seines Lebens im Bett liegend zu verbringen. Aus der Sicht seiner Zeitgenossen ein total verschwendetes Leben. Heute wissen wir, dass er dabei eines der Meisterwerke der Literatur schuf. Für Marcel Proust machte seine Art zu Leben Sinn.

Dieses Beispiel macht sehr schön deutlich, dass wir allzu oft unsere Maßstäbe zu den Maßstäben für alle Menschen erheben. Wir sollten uns also im Umgang mit Menschen weniger häufig davon leiten lassen, was für uns Sinn macht und viel mehr darauf achten, was für diese Menschen sinnvoll erscheint. Seit sich bei mir die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass ich meinem Leben einen Sinn geben muss, bin ich sichtlich befreit und muss nicht mehr an mir zweifeln. Es gibt für mich nichts Schöneres als zu beobachten und zu bemerken, dass jemand ein höchst eigenständiges, sinnerfülltes und sinnvolles Leben lebt, ganz egal ob er es durch die Sinnsuche gefunden hat oder eben seinem Leben einen Sinn gegeben hat. Die Sinnsuche hat für mich an Bedeutung verloren und doch macht es mich glücklich, dass ich meinem Leben täglich einen Sinn geben kann.


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