„Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft.“

Heinrich von Kleist

Ich schätze Heinrich von Kleist als Literat und bewundere seinen Umgang mit der deutschen Sprache. Allerdings ist der Augenblick ein künstliches Konstrukt. Den Augenblick können wir eigentlich nicht wahrnehmen. Denn in dem Moment, in dem wir glauben, dies sei der Augenblick, ist er auch schon wieder Vergangenheit. Der Augenblick hat keine zeitliche Ausdehnung im Gegensatz zur Vergangenheit und der Zukunft. Der Augenblick ist ein Hilfskonstrukt und eine Umschreibung für den Moment, den wir nicht fassen können. Deshalb verstehen die meisten Menschen unter dem Augenblick oder dem Hier und Jetzt eine Zeitspanne, die sowohl Vergangenheit als auch Zukunft ist. Wir empfinden zum Beispiel das Mittagessen als Augenblick, was objektiv völlig falsch ist, denn der letzte Bissen ist Vergangenheit und der nächste Bissen ist Zukunft. Wir können die Gegenwart nicht wahrnehmen. Das ist ja gerade die Beschaffenheit des Augenblicks.

Wenn wir uns allerdings von der philosophischen Betrachtung der Zeit etwas verabschieden und versuchen, uns an die Idee von Kleist anzunähern, dann müssen wir uns die Frage nach dem „Warum“ stellen. Warum sollte die Zukunft am Augenblick hängen? Warum kann nur jemand, der in der Gegenwart lebt auch für die Zukunft leben? Alles Fragen, die es zu bedenken gibt, denn ich halte Heinrich von Kleist für niemanden, der sorglos und ohne gründliche Überlegung einen solchen Satz formuliert. Die Wichtigkeit im Moment zu leben ist eine bewusste Entscheidung und bedeutet, das Leben als solches auch anzunehmen und sich auf das jetzige Leben einzulassen. Nur wer das Leben mit all seinen schönen Seiten wie auch mit seinen Schattenseiten akzeptiert und versucht damit pro-aktiv umzugehen, der wird letztlich auch die Weichen für eine gute und selbstbestimmte Zukunft legen. Denn die heutigen Entscheidungen und Handlungen bereiten den Weg in die Zukunft. Wir müssen heute säen, was wir in Zukunft ernten wollen, denn nur wer die Mühe des Säens und des Hegens und Pflegens auf sich nimmt, kann die Früchte dieser Tätigkeiten auch in Zukunft genießen. All zu oft glauben wir aber, dass wir heute einen Apfelbaum pflanzen könnten und sofort eine reiche Ernte erhalten würden. So wenig dies in der Landwirtschaft oder im Obstbau klappt, so wenig ist dies auch ein Modell für das Leben. Insofern müssen wir heute unser Leben leben, um in Zukunft die Früchte ernten zu können. Somit hat Kleist natürlich recht, wenn er davon ausgeht, dass nur derjenige, der heute lebt, auch in Zukunft leben kann.

Ich wünsche Ihnen eine gute Aussaat und eine schöne Ernte von längst Gesätem.

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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