Was würden Sie davon halten, wenn die Europäer die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht mehr über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) berechnen würde, sondern nach dem Bruttosozialglück (Gross National Happiness) bewerten würde. Sie fragen sich, was das sein soll? Ich versuche es Ihnen zu erklären: Im Himalaja-Staat Buthan hat der vierte König folgendes zu Protokoll gegeben: „In Bhutan ist das Bruttosozialglück wichtiger als das Bruttosozialprodukt.“ Buthan ist natürlich geprägt von der buddhistischen Lehre und hat deshalb schon eine größere Affinität auch zu spirituellen Themen. In der kürzlich verabschiedeten Verfassung von Buthan heißt es: „Der Staat soll sich darum bemühen, diejenigen Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Gross National Happiness ermöglichen.“ Es geht dem Staat darum, das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen zu fördern. Der wirtschaftliche Erfolg ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Er soll helfen, das Ziel des gesamtgesellschaftlichen Glücks zu erreichen.
Soweit ist das Denken der meisten Europäer leider noch nicht. Sehen doch viele immer noch in ungehindertem Wachstum und materiellem Erfolg den Weg zum Glück, obwohl längst bewiesen ist, dass materieller Erfolg mit Glück wenig zu tun hat. Die Orientierung am Bruttosozialglück führt automatisch zu einem gesteigerten Wohlstand und einer erhöhten Zufriedenheit in der Gesellschaft. Selbst jetzt während der Banken- und Finanzkrise streben alle nach neuem Wachstum zur Steigerung des Bruttosozialproduktes, ohne sich nennenswerte Gedanken zu machen, was genau wachsen soll. Der gescheiterte Klimagipfel in Kopenhagen hat auf dramatische Weise deutlich gemacht, dass von einem veränderten Denken noch lange keine Rede sein kann. Die Ökonomisierung weiter Teile der Gesellschaft zeigt sich täglich, ob an den Universitäten, in Schulen, oder am Arbeitsplatz. In Studien geben mehr als 80% aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, dass sie sich überfordert fühlen und es wird immer noch an der Optimierungsschraube gedreht; es sollen das „Humankapital“ und die Arbeitsprozesse (die Arbeit wird auch von Menschen durchgeführt) optimiert werden. Die „Optimiereritis“ geht zum Großteil auf Kosten der Menschen, die heute schon am Rande ihrer Leistungsfähigkeit sind. Es wäre doch zumindest überlegenswert, einen stärkeren Fokus auf das Gross National Happiness zu legen. Unweigerlich werde ich bei solch einem Thema immer an Heinrich Bölls „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ erinnert. Vielleicht wäre es ratsam einmal ein wenig langsamer unterwegs zu sein und sich umzusehen, was es für Lebensentwürfe auf der Welt gibt, die unseren diametral entgegen gesetzt sind, um daraus seine Lehren zu ziehen. Vielleicht entsteht dann eine schöne Synthese der Lebensentwürfe und wir würden glücklicher leben.

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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