Während ich hier sitze und diesen Text schreibe, ereilt mich die Meldung vom Selbstmord des Torhüters Robert Enke und versetzt mich in einen kleinen Schock. Wie nur Weitermachen zum Thema gesundes Unternehmen? Meine Gedanken kreisen um die Familie und den Lokführer, die mit diesem Schicksalsschlag zurechtkommen müssen. Und ich erinnere mich auch an die fast 30 Selbstmorde der France Telecom-Mitarbeiter hier in meiner Wahlheimat.

Die Frage, die sich mir heute aufdrängt ist: Wie hängt das Berufsleben mit den Selbstmorden zusammen? Bei der France Telekom ist es relativ leicht analysiert, viele Abschiedsbriefe berichten von unzumutbarem Druck und Führungsverhalten, dass jeglicher Menschlichkeit entbehrt. Wenn man die Stellungnahme des Telecom-Chefs Didier Lombard, „Es muss jetzt Schluss sein mit dieser Mode von Selbstmorden“ liest, kann man sich eine Vorstellung vom Menschenbild des Managements machen.

Auch bei Robert Enke war es die Angst vor Zurückweisung, vor einem Karriereknick, vor einer öffentlichen Bloßstellung, die ihn und seine Familie veranlasste, nicht über seine psychischen Probleme zu reden. Bei dem Medieninteresse am Fußball und dem Umgang mit dem Zeigen von Schwächen in der Öffentlichkeit keine verwunderliche Reaktion. Gott sei Dank ist für sehr wenige Menschen der Selbstmord eine Lösung für Überbeanspruchung, mangelnde Anerkennung und permanenten Leistungsdruck.

Allerdings bleibt eine dauerhafte Stress- und Drucksituation nicht ohne psychische und physische Folgen. Was kann jeder von uns tun, um seinen Kolleginnen und Kollegen, seinen Mitarbeitern ein guter Gesprächspartner zu sein?

Sie sollten nie vergessen, dass die Gesprächspartnerin oder der Gesprächspartner Menschen sind, die vielleicht ihre Empfindlichkeit nicht nach außen zeigen, aber trotzdem Anerkennung brauchen. Das bedeutet, dass der Grundsatz „Wenn ich nicht tadle ist es Lob“ kein guter Ratgeber in der Kommunikation ist. Loben Sie wo Sie können und tadeln Sie nie vor anderen Menschen, denn es kränkt den oder die Getadelten besonders.

Gerade wenn Sie selber unter Druck sind, sollten Sie sich sehr gut überlegen was Sie sagen, wenn jemand nicht so „funktioniert“ wie Sie sich das gerade vorstellen. Denn Kritik, Ironie und Zynismus sind absolute Motivationskiller und führen nur zu einer „inneren Kündigung“. Dies ist hoffentlich nicht Ihr Ziel bei Ihren Mitarbeitern.

Überlegen Sie sich auch gut, was Sie so nebenbei, bei einem sogenannten „Tratscherl“ äußern, denn dort passiert es mir zumindest ab und an, dass ich einen zu lockeren Spruch ablasse und danach dann Schadensbegrenzung betreiben muss. Wenn es draußen ist, merke ich meist, dass dieser Spruch nicht ganz optimal das ausdrückte, was ich eigentlich sagen wollte. Denn wichtig ist nicht was Sie sagen wollten, sondern was der oder die Andere versteht oder auch verstehen will.

Sie sehen also: auch eine positive und reflektierte Kommunikation kann viel für ein gesundes Unternehmen bedeuten. Gerade die Pausen- und Cafégespräche bieten die größte Gefahr für Verletzungen und Missverständnisse. Also, wenn Sie Wert auf ein motivierendes und gesundes Betriebsklima legen, beobachten Sie die Kommunikation in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Abteilung ganz genau und beeinflussen Sie die Stimmung aktiv durch eine wertschätzende und positive Kommunikation. Dies wird nicht jeden Tag und nicht immer gleich gut gelingen, aber es ist auch kein Drama, eigene Schwächen zu zeigen.

Sie müssen nicht in die Frankreichfalle treten und erst mal dem Gegenüber die Schuld an allem zu geben. In Frankreich scheint nämlich das Wort „Entschuldigung“ nicht zum Wortschatz zu gehören. So wird es Ihnen immer wieder passieren, dass sofort eine Attacke gegen Ihre berechtigte Einwendung geritten wird und Sie zum Schluss das Gefühl haben, dass irgendwie Sie eigentlich Schuld am Fehler des anderen sind. Dies führt entweder zur Resignation oder zum Kampf und beides ist nicht im Sinne einer konstruktiven und motivierten Zusammenarbeit. Also denken Sie an die drei Punkte von oben, wenn Sie sich in die nächste Kommunikationsschlacht im Unternehmen werfen.

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