Nach dem Attentat von Winnenden stellen sich fast alle Menschen die Frage nach dem “Warum”. Wir wollen begreifen, warum ein junger Mensch, der bis dato eher unauffällig war und aus einem “guten” Elternhaus stammt, dermaßen brutal vorgeht und ohne mit der Wimper zu zucken 15 Menschenleben innerhalb weniger Minuten auslöscht. Einfach so und ohne erklärbare Ursache. Er war nicht einmal mehr Schüler an dieser Schule.

Viele Menschen glauben, ein Amoklauf sei eine Spontanentscheidung, so ähnlich wie in dem Film “Falling Down” mit Michael Douglas, der urplötzlich einen liebenswerten, treusorgenden Vater und Ehemann zum Mörder auf dem Highway werden lässt. Die Wahrheit ist leider eine ganz andere. Ein solcher Amoklauf ist meist lange geplant und bedarf einer ziemlichen “Coolness”, um ihn durchzuführen. Solch eine Tat ist keine Handlung im Affekt, sie ist meist das Resultat einer langen Leidensgeschichte. Das Minderwertigkeitsgefühl und die ungelösten psychischen Konflikte, gepaart mit einem Gefühl  der mangelnden sozialen Unterstützung, führen häufig zu solch einer schrecklichen   Tat. Das Psychogramm eines Amokläufers ist schnell gezeichnet:

  • Außenseiter
  • eher unauffällig
  • häufig nicht sehr beliebt
  • eine eher tragische Figur, die häufig der Lächerlichkeit preisgegeben wird
  • mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit introvertiert
  • langjährige psychische Defizite
  • mangelnde Kommunikationsfähigkeit von Gefühlen und Empfindungen

Nach solchen Amokläufen werden von Experten viele Erklärungsversuche gemacht und es wird über Maßnahmen diskutiert, um solch eine schreckliche Tat in Zukunft zu verhindern.

Die wirksamste Waffe gegen solche Amokläufe ist,  den Kindern und Jugendlichen ein Umfeld der Akzeptanz und des Selbstbewusstsein zu vermitteln. Die Kommunikation mit Kindern sollte immer auf dem Prinzip des Verständnisses und der positiven Kommunikation beruhen. Gerade in Krisenzeiten benötigen unsere Kinder das Gefühl der Unterstützung und dieses Gefühl wird am ehesten mit einer positiven Kommunikation vermittelt.

Es ist immer ratsam, unseren Kindern zu vermitteln, dass sie wertvoll und liebenswert sind. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir unseren Kindern  alles erlauben sollten und sie nie auf Fehler oder inakzeptables Verhalten hinweisen sollten. Das Gegenteil ist richtig: Kinder brauchen Orientierung. Zu einem selbstbewussten Menschen gehört eben das Wissen um seine Stärken und seine Entwicklungspotentiale. Selbstbewusstsein bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein. Jeder von uns weiß, dass er nicht nur großartig ist.

Vielen Menschen fehlt die realistische Sicht auf sich selbst. Viele meiner Coachees, vor allem bei den  weiblichen fällt mir das sehr stark auf, sehen sich schlechter als sie sind. Sie fühlen sich abhängig von den Umständen und der jeweiligen Situation völlig ausgeliefert. Sie sehen keine Möglichkeit, an ihrem Leben etwas aktiv zu ändern. Diese Menschen haben eben kein gut entwickeltes Ego, sie fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Mein Konzept der positiven Kommunikation setzt genau hier an, denn der erste Schritt zur Umsetzung beginnt immer bei uns selbst. Ich fordere meine Coachees und Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer dazu auf, ihre “Selbstgespräche” zu  analysieren und sich diese bewusst zu machen. Wie oft höre ich dann folgende Sätze:

“Ich bin heute aber wieder blöd”

“Das war aber dumm von mir”

“Ich bin echt ein Trottel”

“Immer stelle ich mich so ungeschickt an”

“Das kann auch nur mir passieren”

Positive Kommunikation sieht für mich anders auch. Überlegen Sie, wie oft Sie solche Sätze schon selbst benutzt haben. Ich habe noch niemanden gehört, der mir erklärte, dass diese Formulierungen nach einem selbstbewussten und realistischen Menschen klingen. Der Großteil der Menschen strahlt auch genau diese ambivalente Haltung aus. Andere haben oft sensible Antennen für Menschen mit solch einem eher “negativen” Selbstbild. Allerdings gibt es auch den Prahlhans und Aufschneider, der als mehr erscheinen will als er oder sie ist. Auch das wird sehr schnell registriert und als unecht oder komisch empfunden. Aus diesem Grunde habe ich heute noch 2 Aufgaben für Sie:

  1. Beschließen Sie, eine Woche lang auf alle negativen Selbstgespräche zu verzichten
  2. Loben Sie Ihre Kinder, Familie, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder wer Ihnen auch immer einfällt für eine Eigenschaft, ein Verhalten oder eine Leistung, die Sie bewundern oder einfach gut finden.

Ich will Ihnen zum Abschluss noch 2 solcher Beispiele geben:

  1. Wenn ich von meiner Frau ein Essen auf den Tisch gestellt bekomme, dann bedanke ich mich bei ihr und sage ihr wie gut es mir schmeckt. (Ich habe das Glück mit einer ausgezeichneten Köchin aus Leidenschaft verheiratet zu sein) Am Anfang wehrte meine Frau solch ein Lob immer mit den Worten “das ist ja nichts” ab. Heute sollten Sie mal erleben was passiert, wenn ich vergesse, etwas über die Qualität, die Köstlichkeit und/oder über den Geschmack zu sagen. Ich werde sanft darauf hingewiesen, dass ich mich noch gar nicht zum Essen geäußert hätte.
  2. Wenn ich einkaufen gehe, dann passiert es sehr oft, dass ich mit der Verkäuferin ein kurzes, positives Gespräch führe. Ich lobe sie für die Geduld, die sie hat oder für ihre Geschwindigkeit mit der sie ihre Arbeit verrichtet oder mit der Freundlichkeit, die sie an den Tag legt. Sie sollten die Kombination aus Stolz und Verblüffung sehen, die sich meist im Gesicht der Verkäuferin abzeichnet.

Probieren Sie es einfach mal aus und erleben Sie, wie die Freude, der Stolz und die Verblüffung sich bei ihrem Gesprächspartner oder ihrer Gesprächspartnerin zeigen und gleichzeitig auch Ihnen ein positives Gefühl vermitteln. Deshalb ab heute in bester Pfandfindermanier: Jeden Tag eine gute Tat.

Positive Kommunikation ist keine Einbahnstraße, sie werden dafür belohnt, wenn Sie sich für die positive Kommunikation entscheiden. Ich jedenfalls wünsche Ihnen viel Spass dabei und denken Sie daran

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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