“Lass uns mal drüber reden.” “Da müssen wir noch mal drüber reden!” “Hast Du mir nichts zu sagen?” “Das ist noch nicht fertig diskutiert.”. Wer kennt solche oder so ähnliche Aussagen nicht. Wir haben es zum absoluten “Muss” erhoben, über alles und jeden zu reden. Jede Befindlichkeit muss ausgesprochen und ausdiskutiert werden. Ja sie muss regelrecht seziert werden. Wehe, es werden die richtigen Worte nicht gefunden, dann ist schnell eine Kommunikationsstörung diagnostiziert oder noch viel schlimmer, man wird als Kommunikationsverweigerer abgestempelt.

Jeder Psychologe und Lebens-, Partnerschafts- oder sonstiger Berater erklärt uns erstmal, es muss geredet werden, komme da was wolle. Als gelehrige Schülerinnen und Schüler folgen wir diesem Aufruf der sog. Spezialisten und reden, was das Zeug hält, ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der anderen. Wir brauchen Handys, Blackberrys und andere “Fast-Communication-Tools”, um nur nicht als rückständig oder gar spießig zu gelten.

Vielleicht fragen Sie sich soeben: “Was ist nur mit dem Preiner los? Er erkärt uns doch immer, wie wichtig positive Kommunikation ist. Die Idee ist, doch gerade durch die positive Kommunikation auch unangenehme Sachen anzusprechen”. Sie haben völlig recht, es ist notwendig zu reden. Allerdings ist es ein wesentlicher Bestandteil meiner Philosophie, die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu sagen. Wenn ich an die Pubertät unserer Tochter denke, wäre es fatal gewesen, immer alles gleich anzusprechen. Wenn die Emotionen und die Hormone verrückt spielen, versuche ich schon lange nicht mehr mit Vernunft zu argumentieren, denn es macht schlichtweg keinen Sinn. Es ist auch ratsam, über gewisse Sachen in Ruhe nachzudenken und auf den richtigen Augenblick zu warten, um seine Sicht der Dinge zu präsentieren. Jeder von uns kennt Momente, in denen das Adrenalin in unseren Körper einschießt und vorbei ist es mit logischem Denken. In solchen Situationen bin ich dann immer wieder dankbar für so praxisnahe Vorschläge wie von Frau Dr. Claudia Wölfer, die zum Thema Streit bei der ARD als Expertin Ihre Ideen verbreitet. Hier ein kleiner Ausflug in das Konfliktverhalten von Dr. Wölfer: “Streitthemen eingrenzen: “Sehr hilfreich ist es, sich vorher auf ein konkretes, möglichst eng gefasstes Streitthema zu einigen, anstatt mehrere Probleme gleichzeitig zu diskutieren; das wird schnell unübersichtlich”, so Dr. Wölfer.” Sorry Frau Doktor, das gelingt mir nie. Ich habe noch niemanden getroffen, der mit mir gestritten hat und erst mal das Streitthema umrissen hat. Wenn Zoff, dann richtig Zoff. Denn wenn es nicht zofft, handelt es sich nicht um einen Streit, sondern um eine Meinungsverschiedenheit. (Übrigens ein sehr schönes Bespiel für positive Kommunikation – Meinungsverschiedenheit klingt doch viel schöner als Streit und löst auch andere Gefühle und Kommunikationsmuster aus).

Meine Idee war es immer, und ich bin damit sehr gut gefahren, jedem Streit aus dem Weg zu gehen, denn Streit ist immer ein Vertrauensverlust und führt in den meisten Fällen zu einem Verlust der guten Beziehungsebene. Ich kann einem Streit keine beziehungsfördernde Elemente abgewinnen. “Streit bringt den Partner näher” ist die Headline zu einem Artikel über Streitkultur bei ARD-Online. Ich kenne keine Person, die nach einem Streit der Meinung war, die Beziehung sei jetzt richtig innig geworden. Ich kann einem Streit auch unter diesem Aspekt nichts abgewinnen. Vielleicht ticke ich ja auch falsch. Ich glaube fest daran, dass es häufig weniger Stress und Hektik gäbe, wenn wir mehr Schweigen würden, ob im Beruf oder privat, ob in öffentlichen Diskussionen oder in kleinen, vertrauten Gruppen. Außerdem könnte es auch passieren, dass Ihr Wort mehr Gewicht erhalten würde, wenn Sie nicht zu allem und jedem eine Geschichte, Weisheit oder sonstige Wortmeldung hätten. Denken Sie nur an manch einen Politiker oder Politikerin, oft wäre weniger mehr. Hierzu auch ein arabisches Sprichwort: Wenn du redest, dann muß deine Rede besser sein, als dein Schweigen gewesen wäre.”

Mein Vorschlag fürs Jahr 2008: öfter mal Schweigen und auf die Zunge beißen, anstatt zu streiten und vielleicht einen Pyrrhussieg zu erzielen. Denn bei positiver Kommunikation geht es nicht um gewinnen oder verlieren, sondern um gleichwertige und symmetrische Kommunikation im Watzlawick´schen Sinn.

Happy Me - Der Glücksphilosoph

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