Elke Heidenreich wurde vom ZDF mit sofortiger Wirkung entlassen. Der Aufschrei über das Verhalten des ZDF und dessen Verantwortlichen ist kaum zu überhören. Von vielen besonders kulturbeseelten Menschen ist zu vernehmen, wie kleinkariert und unmöglich diese Reaktion sei. (Spiegel Online-Kommentare)

Für mich ist dies die Geschichte einer Eskalation, bei der die ZDF-Größen Elke Heidenreich nur beim Wort nehmen und ihr die Möglichkeit geben, sich nicht länger zu schämen. Hat Heidenreich in ihrem Brandbeitrag in der ehrwürdigen FAZ doch nichts ausgelassen, um sich um ihre Sendung zu schreiben. Einige Zitate sollten dies beleuchten:

(Ich muss hier etwas einschieben. In einem unserer häufigen Telefonate erzählte mir Reich-Ranicki stolz von diesem Fernsehpreis für sein Lebenswerk und sagte, Gottschalk halte die Laudatio. Wir waren uns einig, dass der das nicht tun sollte, ich sollte es tun, nicht weil ich mich darum reiße, auf derartigen Veranstaltungen vorn zu stehen – es ist mir eher tief zuwider –, sondern weil ich näher dran bin, mit Reich-Ranicki mehr zu tun hatte und habe, eine Sendung mache, die in gewisser Weise die seine fortführt. Ich hätte über die Leidenschaft für Kultur im Fernsehen geredet, die er uns gelehrt hat. Man hat mir aber gesagt nein, das mache Herr Gottschalk und aus. Nun gut. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt die Laudatio doch gehalten, es wäre etwas sehr Eisiges daraus geworden, verlasst Euch drauf.)

Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde. Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen, und derer sind auch in diesen verlotterten Sendern noch viele, bei Marcel Reich-Ranicki für diesen unwürdigen Abend. Ja, bitte nimm den Preis nicht an, jetzt nicht und nie. Lass dich nicht einlullen. Und rede nicht mit den Vertretern der Sender, es bringt nichts. Sie werden es nicht begreifen.

Klar. Der Kritiker, der Spielverderber ist weg, nun ziehen wir unsere hirnlose Scheiße durch bis zum Schluss. Wo waren die Programmdirektoren und Intendanten in diesem Augenblick, warum kam keiner von ihnen auf die Bühne, um etwas zu sagen? Weil es verknöcherte Bürokarrieristen sind, die das Spontane längst verlernt haben, das Menschliche auch, Kultur schon sowieso.

Und was die Macher eines solchen desolaten Abends angeht: Fahrt bitte einmal im Mai nach Hamburg zum Henri Nannen Preis und lernt, wie die das machen – ein unterhaltender Abend für intelligente Menschen. Es ist möglich. Aber eben nicht bei ZDF, ARD, Sat 1 und RTL. Und schon gar nicht mit Thomas Gottschalk.

Wo anfangen und wo aufhören bei soviel destruktiver Kommunikation. Eines steht fest: selbst wenn man die sachliche Kritik akzeptiert und dieser zustimmt, bleibt die Art und Weise, wie Frau Heidenreich dies getan hat für alle Beteiligten unerträglich. Niemand lässt sich gerne als banal, einfach und voll daneben titulieren. Außerdem zeigen diese Aussagen mehr über die Verfassung von Elke Heidenreich, als über das ZDF. Denn ich arbeite bei keiner Firma, bei der ich mich schämen muss, dass ich dort arbeite. Die Kritik an einem Kollegen und der Hinweis auf die Telefonate mit Marcel Reich-Ranicki deuten eher auf eine gekränkte Literaturdiva hin, als auf einer erwachsene, selbstbewusste Frau, die eine konstruktive Kritik üben will, um das System ZDF zu verbessern. Diese negative Kommunikation mit ihrer überaus stark aggressiv geprägten Wortwahl führt sicherlich nicht dazu, dass die Kritisierten sich Gedanken über das Gesagte machen. Vielmehr provoziert solch ein Kommunikationsstil Rechtfertigungsschleifen und Machtdemonstrationen. Wer seine Arbeitgeber öffentlich als unfähig und als Bürokarrieristen bezeichneit, die das Menschliche verlernt hätten, der muss damit rechnen, dass diese Arbeitgeber nicht sehr viel Freude mit ihm oder ihr haben und auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen ziehen. Kann jemand, der sein Arbeitsumfeld so beschreibt, nicht mit einer milden und nachsichtigen Beurteilung rechnen? Frau Heidenreich hat bewusst die Entlassung in Kauf genommen, wenn nicht sogar gewollt. Der Nimbus der Jean d´Arc des Kulturbetriebes ist ihr sicher, für die PR war es auch nicht so schlecht und ich bin mir gewiß, dass sie bald wieder einen Hafen der Glückseeligkeit finden wird, in der sie ihren kulturellen Anspruch 100%-ig ausleben kann.

Sollten Sie jedoch an einer lösungsorientierten und positiven Kommunikation interessiert sein, dann nehmen sie die Artikel von Elke Heidenreich als Anregung, wie es 100%-ig nicht funktioniert.

FAZ-Artikel von Elke Heidenreich

FAZ-Artikel von Elke Heidenreich – Teil 2

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