Immer wieder höre ich ,wie wichtig die Kommunikationsfähigkeit heute ist. Es gibt unendlich viele Bücher und Seminare zum Thema Kommunikation. Die Ratschläge [Ratschläge sind auch Schläge ;-)] und Selbsthilfeliteratur ist nur so voll mit Tipps und Tricks zur erfolgreichen, gelungenen und sonstigen Kommunikation. Google bietet mir alleine 2.180.000 Einträge für deutschsprachige Seiten an. Also könnte man glauben ,es sei alles schon gesagt, geschrieben und auch vermittelt .  Als ich dann dass Stichwort „positive Kommunikation“ eingegeben habe, was soll ich sagen: Nur 10.300 Treffer bei Google. Zum Thema Kommunikationstraining finden sich dort hingegen 611.000 Treffer.  Bei Amazon gibt es genau 1 Buch mit dem Titel: „Positive Kommunikation“. Wie bitte ?, dachte ich mir, gibt es ja gar nicht! Gibt es doch!

Es scheint so, als sei das Thema Kommunikation in Verbindung mit dem Begriff „Positiv“ nicht sehr gefragt. Warum eigentlich? Wer hat die positive Kommunikation in Verruf gebracht? Sind doch Themen wie „gewaltfreie Kommunikation“ der Renner in allen Bereichen. Ca. 160.000 Google Einträge, laut RankingCHECK ca. 1057 Anfragen zu diesem Thema in den Suchmaschinen.  Amazon bietet immerhin 58 Bücher zu diesem Thema an.

Was hat dieser Preiner nur mit seiner positiven Kommunikation, werden Sie sich vielleicht fragen ,bzw. was will uns der Blogger damit sagen?

Antwort kommt sofort. Positive Kommunikation ist die Basis aller geglückter Kommunikation. Denn nur wenn die Kommunikation sowohl mit mir  selbst als auch mit anderen positiv verläuft, dann ist sie erfolgreich, gewaltfrei, geglückt und auch noch motivierend und was Ihnen sonst noch alles einfällt. Und es hat vor allem nichts mit positivem Denken zu tun, um dies auch sofort klar zu machen.  Positive Kommunikation beruht auf  den folgenden 3 Prinzipien:

  1. Denke immer daran, welche Gefühle deine Worte auslösen.
  2. Kommuniziere mit jedem so, wie du gerne hättest, dass mit dir kommuniziert wird.
  3. Menschen wollen positive Erlebnisse und keine negativen Gefühle.

Worte können motivieren und töten, sie können aufbauen oder ruinieren. Worte sind die mächtigste Waffe, die der Mensch zur Verfügung hat. Die Wortwahl beeinflusst wesentlich unsere Gefühle. Ist es doch ein gigantischer Unterschied, ob ich zu einem Bekannten ,den ich auf der Straße treffe, sage: „Ich bin total im Stress, ich habe soviel Termine, ich weiß gar nicht mehr aus und ein,“ oder „Im Moment habe ich einen Lauf. Ich bin so beliebt, dass für die nächsten 4 Wochen alle meine Termine schon vergeben sind. Es macht soviel Spaß im Moment.“ Bei welchem Spruch sind Sie eher geneigt ,mit dem anderen einen kurzen Plausch zu halten? Wollen Sie wirklich mehr über den Stress des Gesprächspartners hören? Was löst das Wort Stress bei Ihnen für Gefühle und Bilder aus?

Mehr als 95 % meiner Coachees oder Seminarteilnehmer verbringen ihre Zeit lieber mit der Bekannten, mit der es einfach Spaß macht, unterhaltsam ist oder einfach nur lustig. Ich ehrlich gesagt auch.  Welche Assoziationen haben Sie denn, wenn ich von „gewaltfreier Kommunikation“ rede. Welche Gefühle haben Sie und welche Bilder sehen Sie? Welche Gedanken gehen durch Ihren Kopf? Vielleicht fällt Ihnen spontan jemand ein, der dieses Buch oder Seminar dringend notwendig hat. Dieser Herr oder diese Dame ist allerdings auf Ihrer Beliebtheitsskala sicher nicht ganz oben, sondern eher das, was ich frank und frei einen „Kotzbrocken“ nenne. Der Großteil der von mir Befragten stellte sich eher unerwünschtes Verhalten vor. Sie sehen also ,das Thema „gewaltfreie Kommunikation“ löst bei den meisten schon mal Unbehagen aus.  Frage ich allerdings nach den Assoziationen zu der Begriffskombination „positive Kommunikation“, dann fällt den meisten was Schönes, Erwünschtes und eben Positives ein.

Da bin ich schon beim zweiten Grundprinzip. Wollen Sie bei jedem Fehler angeschrien oder mit ironischen Kommentaren zurechtgewiesen werden? Wenn es Gesprächsbedarf gibt, wünschen Sie sich dann ein positives Gespräch oder sind Sie der Meinung, da muss man mal Tacheles reden und kein Blatt vor den Mund nehmen, was soviel bedeutet wie : das rhetorische Holzen beginnt! Positive Kommunikation bedeutet in solchen einem Kontext nicht, so zu tun, als wäre alles eitel Sonnenschein. Es geht darum, dem anderen die Wahrheit nicht wie kalte Waschlappen in Gesicht zu schleudern, sondern ihm  bzw. ihr die Chance zu geben, zu wachsen. „Immer machst Du alles kaputt“, wer hat so einen Spruch in der Kindererziehung nicht schon gehört. „Schon wieder haben Sie diesen Fehler gemacht, Sie können doch mit dem Kunden nicht schreien“ , wer kennt diese Art von Kritik nicht. Es ist ehrlich und es wurde Tacheles gesprochen, falls der Fehler häufiger als einmal passiert ist. Die Frage die sich dabei aber stellt ist: wie geht es dem „Getadelten“ und welche Gefühle hat er oder sie? Würden Sie sich gerne so behandeln lassen? Überlegen Sie sich doch eine positive Alternative zu dieser Formulierung.

Die häufigste Lösung, die ich in Seminaren erhalte ist diese: „Ich bitte Sie in Zukunft einfach, die Geduld nicht zu verlieren. Sie wissen doch, dass der Kunde bei uns König ist“ Nicht schlecht, oder? Eindeutig eine Ich-Botschaft – na gut mit etwas Du-Botschaft versetzt – und mit der dazu passenden nonverbalen Kommunikation auch sicher als gewaltfrei zu bezeichnen. Als erster Lösungsvorschlag sehr gut. Gibt es noch eine positivere Alternative? Positiver geht immer ;-).  „Ich wünsche mir, dass Sie in Zukunft bei Kundengesprächen die selbe Geduld aufbringen, wie Sie das bei unseren Auszubildenden tun. Was denken Sie sich denn bei den Auszubildenden, wenn diese im Unrecht sind? “ Positives Verhaltensbeispiel gegeben und eine offene Frage gestellt. Mich interessiert ja der Unterschied zwischen den Kunden und den AZUBIS. Der Müller weiß, welches Verhalten ich wünsche und dass er es kann. Durch die Frage kann er konstruktiv antworten und muss sich nicht rechtfertigen. Es geht ihm und mir besser bei solch einem Gespräch, weil es positiv und lösungsorientiert geführt wird. Ich mache klar, dass das Verhalten nicht OK war, dass ich aber genau weiß er kann sich so verhalten, wie die Firma es wünscht.

Dieses Gesprächsfragment inkludiert auch das dritte Prinzip. Denn Müller fühlt sich positiv und hat keine negativen Gefühle. Sind wir doch ehrlich. Wir lieben es, gelobt zu werden und hassen es, kritisiert zu werden. Jeder Mensch will geliebt werden. Wir werden alles versuchen. negative Erlebnisse und Gefühle zu vermeiden und uns dafür einsetzen, dass wir gelobt und anerkannt werden. Am allerwenigsten kommt der Mensch allerdings mit Nichtbeachtung zu recht. Da mimt der Schüler lieber den Klassenkaspar, als gar nicht wahrgenommen zu werden. Er wird lieber bestraft, als überhaupt nicht beachtet. Oder nehmen wir doch ein Beispiel aus einer erfolgreichen Karriere als Zugfahrer. Ich sitze mit meiner Frau im ICE von Frankfurt am Main nach Offenburg. Uns gegenüber sitzt ein junger Mann, mit Dreadlocks und eher „alternativem“ Aussehen. Nach einiger Zeit kommen wir ins Gespräch und er erzählt uns seine Geschichte. Eltern geschieden und er auf dem Weg zur Mutter nach Basel. Im Laufe des Gespräches erfahren wir, dass er Yoga-Lehrer ist und damit genug Geld verdient, um über die Runden zu kommen und das Schönste daran sei, dass seine Mutter jetzt auf die Frage von Bekannten, was er denn mache, endlich eine Antwort geben könne.  Als er uns das erzählte, strahlte er und war sichtlich sehr glücklich über diese Tatsache. Merken Sie etwas? Er wollte nur Anerkennung und seine Mutter wollte nur eine Antwort für ihre Freunde haben. Wir bestärkten den jungen Mann in seinen Ambitionen und wünschten ihm viel Glück für die Zukunft. Er bedankte sich für das nette und gute Gespräch und er wisse jetzt, dass er schon richtig unterwegs sei. Das ist die Macht der positiven Kommunikation. Ohne Vorwurf, ohne Vorurteil haben wir mit ihm gesprochen. Wir haben ihm die Sicherheit gegeben, über seine Sehnsüchte und Ängste sprechen zu können, ohne Gefahr zu laufen, dafür einen blöden oder witzigen Kommentar zu bekommen. Und ganz abgesehen davon war es für meine Frau und mich auch ein sehr interessantes Gespräch, haben wir doch auch drei Kinder, die manch einen Umweg gegangen sind und noch gehen werden. Hat es uns doch die Bestätigung gegeben, dass wir OK sind und dass unsere Kinder sicher auch ihren Weg gehen werden.

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